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iPhone 16GB Review / iPhone Review April 16, 2008

Posted by sonyfanboy in Apple, Mobile Phone, PSP, Sony, Walkman, iPhone.
2 comments

Da es bereits viele Testberichte gibt, die alle Facetten abhandeln, nun einmal ein weltexklusiver erster Testbericht eines echten Sonyfanboys, der in „feindlichen“ Gewässern eingedrungen ist.

Das iPhone ist mein allererstes Apple-Produkt überhaupt, dass ich in meinem Leben angefasst habe. Entsprechend skeptisch und aufgeregt war das Aufeinandertreffen.

Verblüfft musste ich feststellen, dass der Premium-Anspruch von Apple nicht wie bei Sony bei der Verpackung aufhört. Alles ist durchgestaltet und edel; die Verpackung nicht viel größer als das Gerät selbst – selbst der Netzstecker wird dem von Apple gesetzen Anspruch gerecht.

Das Gefühl, es mit einem Premium-Produkt zu tun zu haben, setzt sich fort: Das Gerät ist extrem gut verarbeitet und man hat tatsächlich das Gefühl, für 500 Euro einen entsprechenden Gegenwert in der Hand zu halten. Was ich bei Sony in den letzten Jahrzehnten vermisst habe: Der Mut zu wirklich großen Schritten! Das iPhone ist anders als alles andere und will es auch sein – es kann auch so sein, da es ein konsequentes Produkt ist: Konsequente Ausrichtung auf Touch-Screen-Bedienung, einfachste Benutzerschnittstelle, Reduktion auf wesentliche Funktionen und Kopplung mit iTunes. So gut auch die Sony Walkman geklungen haben, so peinlich im wörtlichen Sinne war die Kopplung mit Sonic Stage – nicht weil ein bestimmtes Programm für die Befütterung zuständig war (bei Apple ist es iTunes), sondern weil das Konzept nicht übezeugte: iTunes ist aufgrund der genialen Bedienung und des UI auch abseits vom iPod zum Publikumsliebling avanciert.
Kreidet man Apple auch gern (ähnlich wie Sony) an, die Kunden zu gängeln mit Rechtemanagement oder eingeschränkten Funktionen beim iPhone (keine Verwendung als Modem möglich als Zugeständnis den Netzbetreibern gegenüber wegen Tarifmodell), ist man doch bereit,  mit Apple zu liebäugeln – weil es sie in ihrer Linie konsquent sind, aufregende Produkte herstellen und durchgängig Premium sind. Apple kann sich viel erlauben, klar. Das hätte Sony auch gekonnt.

Nun, der Bildschirm ist der beste Bildschirm in einem „mobilen Computer“ überhaupt. Auch der Bildschirm der PSP überzeugt dagegen nicht, blass und verwaschene Farben im Vergleich zum iPhone. Das Userinterface ist ebenso das beste in einem mobilen Gerät, es gibt nichts Vergleichbares – allenfalls das Emmy gekröne XMB von Sony (auf PS3 und PSP im Einsatz) kommt dem Nahe. Tatsächlich ist die Lektüre eines Handbuchs komplett überflüssig. Und der iPod im iPhone deklassiert das beste Sony Ericsson Walkman Handy als „unter ferner liefen“.

Das iPhone zieht aus drei Gründen jeden in seinen Bann: a) Aufregendes, anderes Design, durchgängiger Premium-Anspruch „like no other“, b) Geniales Userinterface, Multi-Touch, natürliche Begegnung zwischen Mensch und Computer und c) affenartige Systemgeschwindigkeit: Keine Reaktion dauert länger als eine Sekunde, alles blitzt und blinkt, Animationen sitzen perfekt, nichts ruckelt, Coverflow reagiert so sanft auf einen Fingerstreich wie ein Frühlingswind die Wangen streichelt.

Das waren die Lobeshymnen, es gibt auch einigen Schatten – für manche Leute so viel Schatten, doch vom iPhone zu lassen, aber ich gebe zu bedenken, dass es im Augenblick noch ein 0.95 Produkt ist – und es wird besser und besser. Spätestens mit der Evolution im Juni werden wieder sehr viele Kritiker verstummen. Auf den Schatten werde ich nicht großartig eingehen, da es wie gesagt bereits hunderte von Seiten im WWW gibt, die sich dem annehmen. Hier einige Punkte:

a)    Nur Bluetooth Handsfree-Profil, keine weiteren Profile (besonders: kein A2DP)
b)    Keine Verwendung als USB-Massenspeicher
c)    Kein MMS und keine Videoaufnahme
d)    Keine Kontaktsuche, kein Senden eines Kontaktes per SMS oder Bluetooth
e)    iPhone/Netzbetreiber Zwangskopplung
f)    Kein UMTS/HSDPA – nur EDGE
g)    Sehr durchschnittliche Kamera

Interessanter ist es: Wie schlägt es sich als Sonyfanboy-Gadget in einer Sony-Welt?
Erstaunlicherweise relativ gut. Leider war es nicht möglich, das iPhone wie ein Sony Ericsson Walkman direkt an meine PS3 anzuschließen, aber das Kopieren meiner Musiksammlung von der PS3 weg auf einen USB Stick und wieder in den PC in iTunes klappte reibungslos. Egal ob AAC oder MP3 – alle Informationen und besonders die Cover, alles bleibt erhalten.

So gut wie es mit der Musik klappte, so schlecht klappte es bei den Filmen. Das iPhone verkraftet keine Filme mit der hohen Datenrate und vollen PAL oder HD Auflösung wie es die PSP tut, die meisten Filme musste ich mit iTunes erneut konvertieren, was sich aber als erstaunlich einfach erwies (rechte Maustaste auf ein importiertes Video und dann: Konvertieren für iPod/iPhone). Obwohl also die iPhone Filme von der Datenrate her (MP4 bzw.  AVC) der PSP unterlegen sind, sind sie durch den genialen Bildschirm sogar bei Wiedergabe über das Gerät der PSP überlegen. Mittels Komponenten-Kabel (extra als Zubehör zu erwerben) kann man sogar das iPhone an den Fernseher anschließen. Hier ist die PSP klar der Gewinner – an HD Ready Flachfernsehern blüht die PSP richtig auf, Original DVD-Qualität Filme über Memory-Stick und die PSP wiedergegeben sind richtig guten Stand-Alone DVD Playern ebenbürtig. Genial bei der PSP ist die animierte Szenenvorschau bei den Videos – das bietet das iPhone nicht. Die PSP ist das einzige Gerät überhaupt, das dem iPhone in Punkto Geschwindigkeit und Multimedia-Leistung Paroli bieten kann, und es sogar in Punkto Systemleistung übertrumpft.

Auch die Synchronisierung von Bildern erweist sich als unkompliziert. Allerdings sei anzumerken, dass das iPhone alle Bilder herunterrechnet und „anpasst“. Das iPhone zeigt keine zig-Megabyte großen Bilder einer digitalen Spiegelreflexkamera in „Originalqualität“ an. Zugegebenermaßen sehen die angepassten Bilder perfekt aus, mehr ist nicht denkbar. Auch hier wieder ein Vorteil für die PSP. Die PSP ist so schnell, dass sie selbst Bilder mit mehr als 10 Megapixel praktisch in Echteit anzeigen, rotieren und animieren kann. Gibt man die Bilder am TV aus ist die PSP hier im Vorteil, denn die hohe Auflösung der Bilder bleibt erhalten und wird an HD Ready TVs weitergereicht, das iPhone muss die Bilder in iPhone Auflösung auf PAL hochrechnen und ausgeben – entsprechend milchig sehen sie aus.

Was die Musikqualität anbelangt ähneln sich iPhone und PSP. Das iPhone klingt allerdings noch besser und kann richtig laut aufspielen, dass sogar über meine Sony DJ-Kopfhörer die Ohren wackeln. Geheimtipp: Original-CDs über iTunes in AAC und 48KHz (Upsampling von CDs) mit höchster Datenrate rippen. Damit klingt das iPhone highendig transparent, luftig, extrem durchgezeichnet und vor allem homogen.
Mit der Sony PS3 gerippte MP3s klingen ebenso wenn auch nicht ganz so fantastisch (prinzipbedingter Vorteil von AAC gegenüber MP3).

Also insgesamt lässt sich sagen, dass die PSP die einzige Maschine ist, die dem iPhone Paroli bieten kann, aber ihr letztlich unterliegt, trotz der gigantischen Systemleistung, weil das iPhone konsequenter umgesetzt ist und die Ergebnisse in der mobilen Anwendung über das Gerät selbst bei runtergerechneten Bildern, Filmen und angepasster Musik überzeugen – und man kann damit telefonieren, SMS schreiben, Chatten, Emailen und alle erdenklichen Zusatzprogramme stehen bereit für weitere Einsatzzwecke.

Die PSP wäre Sonys einziges Produkt mit dem Zeug zu einem Über-Gadget. Dazu müsste es weiter ausgebaut werden. Ich bin aber skeptisch, dass das kommen wird und wieder heißt es, Apple ist „like no other“, was Sony gerne wäre. Was fatal ist: Sony-Kunden (wie ich) könnten auch Apple-Kunden sein, weil die Zielgruppe die gleiche ist.

Zusammengefaßt in Bezug auf die PSP sprechen folgende Dinge für sie:
a)    Extrem hohe Systemleistung („PS2 im Taschenformat“)
b)    Akzeptanz aller Auflösungen bei Bildern und Video
c)    Sehr gutes Video-Out an HD-Ready-Fernsehern über Komponenten-Ausgang
d)    Geniales User-Interface „Cross-Media-Bar (XMB)“
e)    Als USB-Massenspeichergerät nutzbar, kann von allen Betriebssystemen und der PS3 mit Daten befüttert warden
f)    Standard-Ordner-Struktur
g)    PSP Spiele ;-)
h)    PS3 Integration
i)    Remote Play von überall auf der Welt „nach Hause telefonieren und auf Inhalte zugreifen“

Was getan werden müsste:
a)    Telefon-Funktionen, Smartphone-Applikationen ;-)
b)    Touchscreen-Bedienung für XMB (sinnvoll!)
c)    Mieser Browser in den Abfall! Der ist der PSP nicht würdig!
d)    Application SDK für Entwickler
e)    Bluetooth

… und die Liste könnte noch erweitert werden! Sony, wo bist Du?